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Wissen: Warum gibt es keine riesigen Insekten?

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Tiere

Warum gibt es keine riesigen Insekten?

03.09.2010, 12:34 Uhr | rw, ddp

Riesenkäfer, die Menschen angreifen, haushohe "Killer-Insekten" - das alles gibt es nur in Filmen. Sie sind zwar manchmal ganz schön furchterregend, haben mit der Realität aber nicht das geringste zu tun. Im wahren Leben begegnen uns beim Spaziergang im Wald oder beim Faulenzen auf der Wiese im Park nur kleine Käfer oder winzige Ameisen. Auch die Fliegen in der Küche oder in unserem Schlafzimmer sind eher lästig als bedrohlich. Und riesig sind die kleinen Tierchen schon gar nicht! Aber warum werden die echten Insekten eigentlich nicht so groß wie die im Film?

Insekten haben keine Knochen

Thomas Wagner unterrichtet Biologie an der Universität Koblenz-Landau und kennt sich mit Insekten gut aus. Der Wissenschaftler sagt, Insekten könnten deshalb nicht riesig werden, weil sie dafür nicht das passende Skelett haben. Der menschliche Körperbau besteht aus Knochen, die dafür sorgen, dass wir nicht in uns zusammenfallen. Bei Insekten ist das anders. Ihr Körper wird durch eine harte Außenhaut, einer Art Panzer, gestützt. Wenn ein Insekt wächst, muss es sich deshalb häuten, denn seine Körperhülle ist kaum dehnbar. Die neue Außenhaut ist am Anfang aber noch ziemlich weich und könnte zu viel Gewicht nicht aushalten. "Bei einer zu großen Körpermasse würde der Insektenkörper unter seinem eigenen Gewicht quasi wie Brei zerfließen", erklärt auch Experte Thomas Wagner. Es liegt also vor allem am Körperbau der Insekten, dass sie so klein bleiben.

Riesen-Insekten würde die Luft ausgehen

Es gibt aber auch noch einen weiteren Grund dafür, dass Insekten nicht so groß werden wie Elefanten. Thomas Wagner erklärt, Insekten hätten ein sogenanntes Tracheensystem. Das ist ein Netz aus feinen Luftröhrchen, das überall durch den Körper verläuft und jeden Teil direkt mit Sauerstoff aus der Luft versorgt. Je größer ein Insekt ist, desto mehr Platz brauchen diese Tracheen. Vor allem in den dünnen Beinen von Insekten ist aber wenig Platz und die Tracheen können deshalb nicht unbegrenzt wachsen.

Gab es jemals Riesen-Insekten?

Größer als ungefähr 16 Zentimeter werden Insekten deshalb nicht. So groß ist der südamerikanische Riesenbockkäfer, das größte Insekt der Welt. Es gab aber schon einmal eine Zeit, in der Insekten viel größer wurden als heut: Vor etwa 300 Millionen Jahren lebten auf der Erde Libellen, die bis zu 70 Zentimeter groß wurden. Das berichten Forscher, die sich mit der Urzeit beschäftigen. Diese Forscher nennt man Archäologen. Sie haben in der Erde Versteinerungen von solchen Riesen-Libellen gefunden. Thomas Wagner erklärt, dass die Luft damals viel mehr Sauerstoff enthielt als heute und dass die Insekten deshalb größer werden konnten. Heute würden solchen Rieseninsekten schlicht die Füße einschlafen.

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 (Quelle: T-Online)