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Wie schnell sind Schnecken wirklich?

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Wie schnell sind die Tiere wirklich?

30.09.2011, 19:23 Uhr | aq, dapd

Wie schnell sind die Tiere wirklich?. Eine Weinbergschnecke kriecht über den Boden. (Quelle: dapd)

Eine Weinbergschnecke kriecht über den Boden. (Quelle: dapd)

Wenn Menschen lange warten müssen, dann ärgern sie sich manchmal. Sie sagen dann: Das geht hier nur im Schneckentempo vorwärts. Doch wie schnell ist das Schneckentempo eigentlich? Kriechen Schnecken wirklich so langsam?

Es gibt lahme und flotte Schnecken

Die Antwort auf die Frage weiß Schneckenforscher Gerhard Haszprunar von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Er sagt: "Wie schnell Schnecken sind, ist je nach Art sehr unterschiedlich". Landschnecken wie die Bernsteinschnecke schaffen gerade mal zwei Zentimeter pro Minute. Die Bernsteinschnecke lebt bei uns auf feuchten Wiesen oder in Mooren. Die bekannte Weinbergschnecke ist schneller als die Bernsteinschnecke. Sie legt im selben Zeitraum rund sieben Zentimeter zurück. Und bei manchen Nacktschneckenarten wurden schon bis zu elf Zentimeter pro Minute gemessen.

Wasserschnecken sind am schnellsten

"Generell ist es so, dass Landschnecken viel langsamer sind als Wasserschnecken", sagt der Forscher. So bringen es beispielsweise die in der Nordsee lebenden Wellhornschnecken schon auf 16 Zentimeter pro Minute. Damit sind sie aber lange noch nicht führend im Schneckenreich. "Es gibt auch mehrere Gruppen von frei schwimmenden Schnecken, die sehr viel schneller sind", sagt Gerhard Haszprunar. So erreichen manche Arten die für Schnecken enorme Geschwindigkeit von zwölf Metern pro Minute.

Schnecken haben einen großen Fuß

Thomas Hülsken von der University of Queensland in Brisbane in Australien kennt sich mit Schnecken ebenfalls gut aus. Er weiß, wie sie vorwärtskommen, wenn sie nicht schwimmen. Er sagt: "Viele Schnecken kriechen auf einem Schleimbett, das beim Kriechen als charakteristische Schleimspur zu erkennen ist." Die eigentliche Fortbewegung erfolgt mit einem großen Fuß. Seine Muskulatur zieht sich in Wellenform von hinten nach vorn zusammen. Dabei haben Teile des Fußes immer Kontakt zum Boden.

Geschwindigkeitsrekorde im Tierreich

Alles in allem sind Schnecken also langsame Tiere. Feuerquallen kommen beispielsweise in einer Minute über 33 Meter weit, und Tintenfische schaffen bis zu 500 Meter. Geparden legen im selben Zeitraum über eineinhalb Kilometer zurück, und Wanderfalken schießen bei ihren Sturzflügen angeblich sogar mit über fünfeinhalb Kilometer pro Minute in die Tiefe.

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