09.01.2012, 11:33 Uhr | Tonja Schewe
Pinguine sind Vögel und haben Flügel. Dennoch gibt es keine einzige Pinguinart, die fliegen kann. Warum ist das so?
Pinguine leben ausschließlich auf der südlichen Erdhalbkugel, die meisten in der eisigen Antarktis. Nirgendwo sonst auf der Erde ist es so kalt, trocken und windig wie dort. Für Landsäugetiere wie zum Beispiel Katzen wäre das Klima viel zu rau. Um die extremen Temperaturen zu ertragen, haben Pinguine deshalb eine schützende Fettschicht und ein dichtes Federkleid entwickelt. Solche kurzen Federn eignen sich aber überhaupt nicht zum Fliegen. Dafür benötigen Vögel lange, dünne Federn.
Auch die Flügel der Pinguine sind zum Fliegen viel zu kurz. Dafür eignen sie sich bestens zum Schwimmen und Tauchen. Da sich die Tiere ausschließlich von Fisch ernähren, verbringen sie die meiste Zeit im Wasser. An Land haben sie keine Feinde, vor denen sie fliehen müssen. Es ist für sie daher wichtiger, schnell tauchen zu können als zu fliegen. Außerdem ist Fliegen extrem anstrengend und verbraucht sehr viel Energie.
Während der Evolution - so nennt man die Veränderung von Lebewesen im Laufe ihrer Entwicklung - haben Pinguine daher bereits vor Millionen von Jahren ihre Flugfähigkeit verloren. Aus den Flügeln wurden Flossen. Wegen ihrer Flugunfähigkeit und ihrer plumpen Form galten Pinguine lange Zeit als primitive Vögel. Dabei sind sie geradezu perfekt an ihre Umgebung angepasst. Felsenpinguine beispielsweise werden im Wasser bis zu 40 Kilometer pro Stunde schnell. Kaiserpinguine können über 500 Meter tief tauchen.
Nicht alle Pinguinarten leben in der eisigen Antarktis. Sie kommen beispielsweise auch an den Stränden der Insel Neuseeland vor. Weshalb es nur auf der Südhalbkugel Pinguine gibt, hängt vermutlich mit der Verschiebung der Kontinentalplatten zusammen. Vor Millionen von Jahren lagen die Kontinente Antarktis, Südamerika, Südafrika und Australien viel dichter zusammen als heutzutage. Als die Antarktis sich in Richtung Südpol bewegte, nahm sie die Vorfahren der heutigen Pinguine in die Kälte mit. Damals begannen die Vögel, sich an die kälteren Temperaturen anzupassen.
Pinguine, die in kälteren Regionen leben, sind größer als ihre Artgenossen in wärmeren Gegenden. So werden Kaiserpinguine bis zu 1,30 Meter groß. Bei größeren Tieren ist das Verhältnis zwischen Körpervolumen (räumlicher Inhalt) und Körper-Oberfläche ideal. Über die Haut wird weniger Wärme abgegeben als bei kleineren Tieren.
Pinguine sind nicht die einzigen flugunfähigen Vögel. Auch der Vogel Strauß oder der kleine neuseeländische Kiwi können nicht fliegen. Für den Strauß beispielsweise wurde das schnelle Laufen wichtiger als das Fliegen.
Tonja Schewe
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