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Warum halten Eisbären keine Winterruhe?

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Warum halten Eisbären keine Winterruhe?

02.01.2012, 11:25 Uhr | aq

Eisbären jagen am liebsten im Winter. (Quelle: dpa)

Eisbären jagen am liebsten im Winter. (Quelle: dpa)

Von Bären ist bekannt, dass sie sich im Winter zur Ruhe legen. Eisbären aber tun das nicht. Klaus Brunsing weiß, warum das so ist. Er ist Biologe und stellvertretender zoologischer Leiter im Zoo Hannover.

Nahrungsangebot entscheidend

"Bären halten nur dann Winterruhe, wenn sie nichts zu fressen finden", sagt der Fachmann. Bären sind Allesfresser. Sie verspeisen zum Beispiel kleinere Tiere, aber auch Früchte, Beeren oder sogar Gräser. In Gegenden, in denen ein kalter Winter herrscht, gibt es in dieser Zeit kaum Nahrung. Daher ziehen sich die Bären in eine Höhle zurück und überwintern dort. In anderen Gegenden sind die Winter eher mild. Dort finden die Bären immer ausreichend Futter. "Diese Bären halten dann auch keine Winterruhe", erklärt der Experte Klaus Brunsing.

Eisbären ernähren sich von Robben

Bei den Eisbären ist es jedoch ein bisschen anders, sagt Brunsing. Eisbären sind in der Nähe des Nordpols zu Hause. Dort ist es im Winter natürlich richtig kalt. Doch gerade dann machen die Eisbären die meiste Beute. Eisbären ernähren sich nämlich hauptsächlich von Robben. Und die bekommen im Winter und im Frühjahr auf dem Packeis ihre Jungen. Eisbären verbringen ihren Winter also auf der Jagd, nicht in einer Höhle. Es gibt jedoch eine Ausnahme, weiß der Fachmann.

Eisbärmamas bleiben im Winter in einer Höhle

Wenn Eisbärdamen Nachwuchs erwarten, ziehen sie sich im Winter in eine Schneehöhle zurück. Dort kriegen sie dann ihre Babys. Neugeborene Eisbären sind winzig klein. "Sie wiegen gerade einmal 400 bis 800 Gramm und sind so groß wie Meerschweinchen", erklärt der Experte. Sie werden dann von ihrer Mutter gesäugt. Das Muttertier bleibt die ganze Zeit bei ihren Jungen. Somit bekommt es also den ganzen Winter über nichts zu fressen. Deswegen hat sich die Eisbärin über den Sommer eine dicke Fettschicht angefuttert. Davon lebt sie dann noch den ganzen Winter in der Höhle. Außerdem kann die Bärenmutter ihren Herzschlag und ihre Atmung verlangsamen. So verbraucht ihr Körper weniger Energie und deshalb auch weniger Nahrung.

Eisbärväter sorgen sich nicht um ihren Nachwuchs

"Bärenmütter halten also doch eine Art Winterruhe", sagt Brunsing. Wenn es im Frühjahr wieder wärmer wird, verlassen Mutter und Kinder ihren Unterschlupf. Der erste Weg führt sie dann an die Küste, wo die Bärin Robben jagen kann. Sie hat nach dem langen Winter nämlich einen riesigen Hunger. Der Bärenvater spielt im Leben der Bärenkinder keine Rolle. Sollten sie ihm zufällig begegnen, kann er ihnen sogar gefährlich werden. "Große Eisbären fressen manchmal auch kleinere Bären", erklärt der Experte. Deswegen macht die Bärenmutter mit ihren Kindern einen großen Bogen um jeden Eisbärmann - egal, ob er der Vater ist oder nicht.

Quelle: dapd

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