24.01.2012, 12:25 Uhr | Tonja Schewe
Der Schwanz der Katze ist lang und pelzig, der vom Biber platt. Doch wozu haben Tiere überhaupt einen Schwanz?
Nicht alle Tiere haben einen Schwanz - Menschenaffen beispielsweise kommen sehr gut ohne zurecht. Der Schwanz hat sich nur dort im Tierreich erhalten, wo er einen Nutzen hat. Und der kann je nach Tierart ganz unterschiedlich sein.
Bilder-Quiz: Welcher Schwanz gehört zu welchem Tier?
Bei Tieren wie dem Krokodil oder bei Fischen dient der Schwanz der Fortbewegung. Auch der Biber hat mit seinem platten Schwanz ein perfektes Ruder entwickelt. Viele Affenarten nutzen den Schwanz wie eine fünfte Hand zum Klettern und Festhalten. Bei Katzen dient der Schwanz dazu, beim Springen und Klettern die Balance zu halten. Kängurus benötigen ihn ebenfalls, um beim Sitzen und Springen das Gleichgewicht zu halten.
Einige Tiere benutzen den Schwanz auch, um zu kommunizieren. Hunde beispielsweise wedeln mit dem Schwanz, wenn sie sich freuen. Bei Katzen bedeutet dieses Zeichen hingegen: "Achtung, lass mich in Ruhe!"
Für manche Tiere ist der Schwanz aber auch eine Art Waffe. So können beispielsweise Leguane mit ihrem Schwanz kräftig zuschlagen. Eine ganz andere Funktion hat der kurze Schwanz beim Nilpferd: Damit verspritzt das Tier seinen Kot und markiert so sein Revier. Auch zur Insektenabwehr kann ein Schwanz dienen: Kühe beispielsweise vertreiben damit lästige Fliegen.
Ist der Schwanz besonders flauschig, eignet er sich auch zum Zudecken. So kuscheln sich beispielsweise Füchse beim Schlafen unter ihren Schwanz.
Den längsten Schwanz im Tierreich besaß offenbar der Saurier "Diplodocus". Der gigantische Pflanzenfresser gehört zu den längsten Dinos, die je ausgegraben wurden. Er hatte einen Schwanz von 14 Metern Länge!
Hat der Schwanz keine Aufgabe mehr, so geht er im Laufe der Evolution verloren. Unter Evolution versteht man die Veränderung der Merkmale von Lebewesen von Generation zu Generation. Das ist der Grund, warum beispielsweise Menschenaffen, aber auch Menschen keinen Schwanz mehr haben. Allerdings kommt es auch bei Menschen äußerst selten vor, dass ein Baby mit einem Schwanzfortsatz geboren wird. Dieser wird dann wegoperiert. Einen solchen Rückfall in der Evolutionsgeschichte nennt man Atavismus.
Tonja Schewe
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