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Warum gibt es keine schwarzen Eisbären?

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Warum gibt es keine schwarzen Eisbären?

16.02.2012, 13:28 Uhr | aq

Eisbären haben immer ein helles Fell. Woran liegt das? (Quelle: dapd)

Eisbären haben immer ein helles Fell. Woran liegt das? (Quelle: dapd)

Die meisten Bären sind schwarz oder braun. Eisbären hingegen kennen wir nur mit weißem Fell. Warum aber gibt es keine schwarzen Eisbären?

Die Haare der Eisbären sind durchsichtig

Der Biologe und stellvertretende zoologische Leiter im Zoo Hannover, Klaus Brunsing, kann diese Frage beantworten. Er sagt: "Eigentlich gibt es auch keine weißen Eisbären. Eisbären sind gar nicht weiß." Die Haare der Eisbären haben nämlich keine Pigmente. So heißen die Farbstoffe, die Haaren ihre Farbe geben. Die Haare der Eisbären sind in Wirklichkeit durchsichtig. Wegen des Sonnenlichts, das auf das Bärenfell fällt, sehen die Haare jedoch weiß aus.

Fell dient der Tarnung

In einer Umgebung aus Eis und Schnee ist das ein großer Vorteil. Eisbären leben in der Polarregion rund um den Nordpol. Sie sind die größten Landraubtiere der Welt. Eisbären sind also Jäger. Und für die spielt Tarnung eine wichtige Rolle. Eisbären ernähren sich hauptsächlich von Robben. Die fangen die Bären auf verschiedene Weise. Eine Taktik des Eisbären ist das Anschleichen. Mit seinem Fell ist er so gut getarnt, dass er sich ganz langsam an eine Robbe heranpirschen kann. Nur die letzten Meter sprintet er zu seinem Opfer und überwältigt es. Wenn ein Eisbär aber schwarz wäre, könnte er sich nicht mehr anschleichen. Die Robben würden den Bären schon von Weitem sehen und flüchten.

Eisbären jagen in der Nähe von Luftlöchern

Schwarze Eisbären könnte es höchstens geben, wenn das Eis schwarz wäre, sagt Klaus Brunsing: "Sonst müssten sie wahrscheinlich verhungern." Wenn sich Eisbären nicht anschleichen, legen sie sich auf die Lauer. Dann warten sie in der Nähe eines Luftlochs auf Beute. So heißen die Löcher im Eis, durch die Robben auftauchen, um Luft zu holen. Robben tauchen viel und können lange unter Wasser bleiben. Zum Atmen müssen sie jedoch regelmäßig an die Oberfläche kommen. Das weiß der Eisbär auch, erklärt der Experte. Der Bär wartet also, bis eine Robbe durch die Eisschicht nach oben kommt. Dann schnappt er zu. Wäre der Eisbär jedoch schwarz, könnte ihn die Robbe durch das Eis leichter bemerken.

Robben sind die besseren Schwimmer

Allerdings haben auch die normalen Eisbären nicht bei jeder Jagd Erfolg. "Robben sind sehr wachsame Tiere", weiß der Experte. Eisbären haben jedoch ein super Gehör und eine ganz feine Nase. Sie können Robben sogar durch das Eis riechen und hören. Im März und im April bekommen zum Beispiel die Ringelrobben ihre Jungen. Diese verstecken sie in Höhlen unter dem Eis. Wenn ein Eisbär so eine Höhle findet, schlägt er mit seiner ganzen Kraft auf die Eisdecke. So versucht er, ein Loch ins Eis zu brechen, um an das junge Robbentier heranzukommen. Wenn die Robbenkinder nicht schnell genug aus ihrer Höhle flüchten, sind sie dann eine leichte Beute. Sind die Kleinen aber erst einmal im Wasser, sind sie vor dem Eisbären sicher. Eisbären jagen nämlich nur an Land oder auf dem Eis. Im Wasser hätten sie gegen die Robben keine Chance. "Eisbären sind zwar prima Schwimmer, aber die flinken Robben sind im Wasser einfach viel zu schnell für sie", so Brunsing.

Quelle: dapd

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