27.05.2011, 13:21 Uhr | dapd; aq
Fliegenpilze sind sehr giftig. (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Viele Menschen lieben Pizza, die dick mit Pilzen belegt ist. Pilze erscheinen uns wie Pflanzen. Doch sind sie das wirklich? Oder zählen Experten sie zu den Tieren?
Die Antwort auf die Frage weiß Reinhard Agerer. Er ist Professor und arbeitet an der Ludwig-Maximilians-Universität in München im Bundesland Bayern. Er weiß, warum Pilze uns wie Pflanzen erscheinen. Sie haben einen festen Standort und bewegen sich nicht - anders als Tiere. Sie stehen im Wald und wachsen. Doch der Wissenschaftler weiß: Der Schein trügt. "Das Reich der Pilze steht dem Reich der Tiere näher als dem Reich der Pflanzen", so der Fachmann. Das soll heißen: Die Pilze haben mehr mit den Tieren gemein als mit den Pflanzen.
Wie kommt das? Der Experte sagt: Pilze können etwas ganz Entscheidendes nicht, was Pflanzen können. Sie können ihre Lebensenergie nicht aus dem Sonnenlicht gewinnen. Damit sie wachsen können, brauchen sie Stoffe, die andere Lebewesen hergestellt haben. Das ist bei Tieren auch so. Sie fressen Früchte oder Blätter. Die Pilze haben aber auch etwas mit Pflanzen gemein. Sie ähneln sich nämlich bei den Zellen. Zellen sind die Bausteine, aus denen ein Lebewesen besteht. Pflanzen- und Pilzzellen besitzen Vakuolen und Zellwände.
Reinhard Agerer erklärt, dass die Wissenschaftler vieles über Pilze einfach noch nicht wissen. Das fängt schon bei ihrer Zahl an. Die Experten gehen davon aus, dass es auf der Erde eineinhalb Millionen verschiedene Pilzarten gibt. Sie kennen bisher aber nur etwa 80.000. Darunter sind nützliche Pilze, mit denen die Menschen leckeres Essen kochen können. Es gibt aber auch schädliche Pilze, die zum Beispiel Pflanzen und Menschen krank machen oder sogar töten können.
Quelle: dapd
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