03.08.2011, 13:19 Uhr | dapd; aq
In Deutschland fehlen Ärzte, besonders auf dem Land. (Quelle: imago)
In einer Stadt haben die Menschen es bis zum nächsten Arzt meist nicht weit. Auf dem Land ist das anders. Wer einen Doktor braucht, muss teilweise kilometerweit fahren. Dagegen will die deutsche Regierung etwas tun. Sie hat ein neues Gesetz ausgearbeitet.
In Deutschland gibt es auf dem Land in einigen Gebieten zu wenige Ärzte. Wer Hilfe braucht, muss deshalb einen längeren Weg auf sich nehmen. In Zukunft könnte das noch schlimmer werden. Denn viele Ärzte werden in Ruhestand gehen. Sie werden ihren Beruf aufgeben, weil sie schon älter sind. Findet sich dann niemand, der die Praxis weiterführt, dann wird sie geschlossen.
Die deutsche Regierung hat deswegen ein neues Gesetz entworfen. Sie will damit Ärzte aufs Land locken. Entscheiden sich Ärzte für eine Praxis in einem Dorf, dann sollen sie künftig besser bezahlt werden. Es sollen sich Regeln ändern, sodass sich die Arbeit für sie mehr lohnt. Außerdem sollen Ärzte künftig nicht mehr in dem Ort wohnen müssen, in dem sie ihre Praxis haben. Ärzte können also künftig in der Stadt zu Hause sein und auf dem Land arbeiten. Sie fahren dann einfach jeden Tag hin und her. Außerdem sollen auch Ärztinnen besser unterstützt werden, damit sie sich für eine Praxis auf dem Land entscheiden. Bekommen sie ein Kind, dann sollen sie sich künftig zwölf Monate statt sechs Monate von einem anderen Arzt vertreten lassen können.
Mit dem neuen Gesetz haben die Politiker nicht nur die Landärzte im Blick. Sie wollen allgemein etwas tun, damit in Zukunft keine Ärzte fehlen. Experten schätzen nämlich, dass in den nächsten Jahrzehnten bis zu 20.000 Ärzte in Deutschland fehlen werden. Das liegt an vielen Dingen, zum Beispiel auch daran, dass die Menschen in Deutschland immer älter werden. Sie benötigen im Alter dann meist auch häufiger einen Arzt, da sie nicht mehr so fit sind wie ein junger Mensch.
Damit es auch in Zukunft in Deutschland genügend Ärzte geben wird, sollen mehr Studienplätze geschaffen werden. Denn junge Leute müssen an Universitäten Medizin studieren, bevor sie als Arzt arbeiten können. Außerdem soll künftig auch nicht mehr nur die Abiturnote entscheiden, ob jemand einen Studienplatz bekommt oder nicht. Es soll zusätzlich überprüft werden, ob jemand zum Beispiel schon eine Ausbildung im Bereich Medizin hat. Darüber aber werden die Bundesländer entscheiden müssen. Sie sind dafür zuständig.
Quelle: dapd
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