08.09.2011, 12:37 Uhr
Obwohl Kinder in der Schule lesen und schreiben lernen, gibt es trotzdem Menschen, die es nicht können. (Quelle: dapd)
"Ti-ger", "Blu-me", "Ga-bel": In der Schule lernen Kinder lesen und schreiben. Trotzdem aber gibt es Menschen in unserem Land, die das nicht ausreichend können. Rund siebeneinhalb Millionen Erwachsene sind es.
Wenn Menschen nicht lesen und schreiben können, dann werden sie Analphabeten genannt. In manchen Ländern gibt es sehr viele davon, denn es gibt keine Schulen oder Eltern können sich das Schulgeld nicht leisten. Die Kinder lernen das Lesen und Schreiben dann nicht. Viele Erwachsene sind deswegen Analphabeten.
Auch in Deutschland gibt es Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, obwohl die Schule hier für Kinder Pflicht ist. Sie alle lernen Buchstaben und die richtige Schreibweise der Wörter. Trotzdem aber haben rund siebeneinhalb Millionen Männer und Frauen in Deutschland große Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Sie können zum Beispiel nur einzelne Sätze lesen, nicht aber ganze Texte. Das haben Forscher aus der norddeutschen Stadt Hamburg herausgefunden. Doch wie kommt das?
Experten sagen, dass das verschiedene Gründe hat. Meistens liegt das Problem in der Familie, wenn zum Beispiel die Eltern ihrem Kind keine Geschichten vorlesen oder die Eltern gar keine Bücher besitzen. Die Kinder erleben nur sehr selten, dass jemand liest oder schreibt. Wenn sie dann in die Schule gehen, kann es passieren, dass sie nicht gut mitkommen. Sie sind schlecht im Lesen und Schreiben und können das über die Jahre hinweg nicht verbessern. Außerdem müssen Menschen das Gelernte auch nutzen. Sonst vergessen sie es wieder. Deswegen kann es vorkommen, dass Erwachsene später vielleicht nur ihren Namen oder einzelne Wörter schreiben können.
Wenn Menschen nicht ausreichend lesen und schreiben können, ist das für sie sehr schlimm. Jeden Tag nämlich bekommen sie das zu spüren. Die Menschen haben zum Beispiel Probleme, wenn sie in einer fremden Stadt unterwegs sind, in der sie sich nicht auskennen. Sie können Schilder nicht lesen und müssen sich ständig durchfragen. Auch an Fahrkartenautomaten oder in Restaurants kommen sie an ihre Grenzen. Sie können den Text am Bildschirm beziehungsweise die Speisekarte nicht lesen. Wenn Menschen nicht lesen und schreiben können, tun sie sich auch mit Behörden schwer oder können Geschäfte nicht richtig einschätzen. Die Menschen schämen sich häufig dafür und verheimlichen ihre Schwäche.
Am Weltalphabetisierungstag (8.September) soll daran erinnert werden, dass es etwa 793 Millionen Menschen auf der Erde gibt, die nicht lesen und schreiben können.
Quelle: dapd
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