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Fledermäuse sind gute Jäger

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Fledermäuse sind gute Jäger

13.01.2012, 14:13 Uhr | aq

Fledermäuse orientieren sich durch Schallwellen. (Quelle: dapd)

Fledermäuse orientieren sich durch Schallwellen. (Quelle: dapd)

Einige Menschen gruseln sich vor Fledermäusen. Sie denken an Vampire, die sich von Blut ernähren. Das ist aber Unsinn, denn Fledermäuse sind für die Menschen ungefährlich. Die meisten jagen Mücken, Käfer oder Spinnen. Einige Arten ernähren sich auch von Früchten.

Fledermäuse halten kopfüber Winterschlaf

Fledermäuse leben in Gruppen zusammen. Die Tiere erkennen einander. Wie genau, ist nicht bekannt. Forscher haben aber beobachtet, dass sie oft die Nasen aneinander reiben. Vielleicht erkennen sie sich am Geruch. Im Winter hängen die Fledertiere kopfüber in Kellern, Höhlen oder alten Bunkern. Sie halten Winterschlaf, denn in der kalten Jahreszeit finden sie nicht ausreichend Futter wie zum Beispiel Insekten. Darum futtern sich die Fledermäuse im Herbst bereits viel Speck an. So können sie im Winter einige Monate ohne Nahrung überstehen.

Fledermäuse jagen mit einem Echolot

Wenn es wärmer wird, verlassen die Fledermäuse ihre Quartiere in der Abenddämmerung, denn sie sind nachtaktive Tiere. Das heißt, sie sind nachts wach und schlafen am Tag. In der Dunkelheit fliegen sie pfeilschnell durch die Gegend und jagen. Obwohl sie gar nicht gut sehen, sind sie doch hervorragende Jäger. Sie nutzen ihr Gehör, um Insekten zu fangen. Die Fledermäuse jagen mit einem Echolot. Sie senden Ultraschallwellen aus. Das sind Töne, die wir nicht hören können, da sie für unser Ohr zu hoch sind. Würden wir die Töne hören, könnten wir vermutlich nicht schlafen, wenn Fledermäuse um unser Haus herumflattern würden. Das Summen und Klicken wäre zu laut.

Echo schützt die Fledermaus vor Unfällen

Bis zu 30 Mal in einer Sekunde macht die Fledermaus Geräusche, wenn sie fliegt. Erkennt sie in der Nähe ein Insekt, dann kann sie sogar bis zu 170 Mal in nur einer Sekunde Töne von sich geben. Die Ultraschallwellen schwirren dann durch die Luft. Wenn sie auf einen Gegenstand treffen, prallen sie dort ab und kehren zur Fledermaus zurück, ähnlich wie ein Echo von einer Tunnelwand abprallt. Die Fledermaus nimmt diese Wellen wahr und weiß so, was an welcher Stelle ist. Das hilft ihr, nicht gegen eine Wand oder einen Baum zu fliegen. Sie kann damit sogar kleinste Insekten ganz genau orten. Sie weiß also, wo sie sind und kann sie fangen.

Keine Jagd bei Regen oder Nebel

Das Echolot hilft den Fledermäusen aber nicht immer, wenn sie hungrig sind. Im Nebel zum Beispiel funktioniert ihre Technik nicht gut. Auch wenn es regnet, gehen die Tiere nicht auf die Jagd. Denn wenn ihr Fell nass wird, können sie nicht gut fliegen. Außerdem verlieren sie dann vermutlich viel Wärme. Beides kostet sie viel Kraft. Darum lohnt es sich nicht für die fliegenden Säugetiere, bei Regen ihre Unterschlüpfe zu verlassen.

Schlechte Bedingungen für Fledermäuse

Fledermäuse selbst haben kaum Feinde, von denen sie gejagt werden. Doch trotzdem sind viele Arten bedroht, denn sie finden nicht mehr genügend Höhlen, Keller oder Dachböden, wo sie schlafen können. Weil viele Felder mit Gift besprüht werden, das Insekten tötet, gibt es auch nicht mehr so viel Nahrung für die kleinen Flugtiere.

Das solltest du über Fledermäuse wissen

- Mit Mäusen haben Fledermäuse genauso wenig gemeinsam wie mit Vampiren. Ihren Namen haben sie, weil sie ein spitzes Gesicht haben, ähnlich wie die Nagetiere.
- Seit rund 50 Millionen Jahren gibt es Fledermäuse auf der Erde. Sie kommen in den meisten Gebieten der Welt vor. Nur auf einigen Inseln und in der Arktis und der Antarktis gibt es keine Fledermäuse. Die meisten Arten der fliegenden Säugetiere gibt es in Gegenden, in denen es warm ist. Denn sie mögen die Wärme gerne.
- Rund 1000 verschiedene Fledermaus-Arten gibt es auf der Welt. In Europa leben etwa 30 verschiedene Arten. Mehr als 20 von ihnen flattern in Deutschland durch die Nacht.
- Die Größe der Fledermäuse ist sehr unterschiedlich. Nur drei Zentimeter lang und zwei Gramm schwer werden die Tiere der kleinsten Art. Die größten Fledermäuse hingegen messen vom Kopf bis zum Po etwa 16 Zentimeter.
- Mit dem Echolot können Fledermäuse gut Beute machen. Forscher ließen eine Fledermaus in einem Raum voller Mücken fliegen. 175 Insekten jagte das Tier in nur 15 Minuten.
- Fledermäuse gehören zusammen mit den Flughunden zu den Fledertieren. Das sind die einzigen Säugetiere auf der Welt, die fliegen können.
- Säugetiere bringen ihre Jungen lebendig auf die Welt, sie legen keine Eier wie Vögel oder Fische. Und sie ernähren ihre Babys mit Muttermilch.
- Fledermäuse bekommen nur ein oder zwei Junge im Jahr. Die Kleinen werden nackt geboren und trinken vier bis etwa sechs Wochen lang Milch bei der Mutter, bis sie selber fliegen können.
- Beim Fliegen können die Fledertiere gut Insekten jagen. Die Fledermäuse fliegen sozusagen mit ihren Armen und Händen. Die sind zu Flügeln umgeformt. Man kann aber deutlich die Finger erkennen, zwischen denen die Flughaut gespannt ist.
- Doch es gibt auch Fledermäuse, die zu Fuß auf Beutefang gehen. Sie leben in Neuseeland. Das ist ein Inselstaat südöstlich von Australien.



Quelle: dapd

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