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EU: Von der Gründung bis heute

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EU: Von der Gründung bis heute

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Konrad Adenauer unterzeichnet 1957 die Römischen Verträge (Foto: dpa)

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, im September 1946, hielt der englische Politiker Winston Churchill eine sehr wichtige Rede. Er wollte, dass Europa nach dem schlimmen Krieg endlich eine Einheit würde. In den Köpfen der Menschen war der Krieg jedoch noch sehr präsent. Besonders die Deutschen wurden von vielen Ländern gehasst. Dennoch fand Churchill, dass die einzige Lösung für ein friedliches Europa, der Zusammenschluss der Länder war.


Gleiche Rechte für alle EU-Länder

Churchill wollte ein Europa, in dem alle Länder, unabhängig von ihrer Größe, die gleichen Rechte haben. Ihm war klar, dass diese Forderung schwer zu verwirklichen war. Doch er forderte alle Länder zur Mithilfe auf. Besonders die beiden verfeindeten Nationen Deutschland und Frankreich mussten unbedingt Freunde werden, um die Gemeinschaft der europäischen Länder zu stärken. Churchills Idee ebnete den Weg für die Europäische Union (abgekürzt: EU).

Die 50er Jahre: Der Kalte Krieg

Die Zahl der EU-Mitgliedsstaaten wuchs. (Bild: dpa)Die Zahl der EU-Mitgliedsstaaten wuchs. (Bild: dpa)Ab 1950 begann die "Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl", die Länder Europas wirtschaftlich und politisch zu vereinen, um für einen anhaltenden Frieden zu sorgen. Die EU-Gründungsmitglieder waren Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Besonders problematisch war in den 50er Jahren die Feindschaft zwischen den westliche Demokratien und dem von der Sowjetunion beherrschten kommunistischen Osteuropa. Man nennt diese Zeit den "Kalten Krieg". 1958 wurde in in Rom ein Vertrag über die "Europäische Wirtschaftsgemeinschaft" geschlossen, der den freien Ein- und Verkauf innerhalb der EU ermöglichte.

Die 60er Jahre: Das Wirtschaftswachstum

Dadurch, dass an den Grenzen nun keine Zölle mehr bezahlt werden mussten, entwickelte sich die europäische Wirtschaft sehr gut. Die EU-Länder beschlossen, auch die Lebensmittelerzeugung gemeinsam zu überwachen. So wurde sicher gestellt, dass alle Menschen in Europa genug zu essen hatten. Bald war jedoch mehr Nahrung da, als die Menschen brauchten. Man nennt das einen "Überschuss".

Die 70er Jahre: Die EU wächst

Die europäische Flagge. (Bild: dpa)Die europäische Flagge. (Bild: dpa)Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich (England, Schottland, Wales und Nordirland) traten der Europäischen Union bei. Damit hatte die EU nun neun Mitgliedsstaaten. Die EU gab in dieser Zeit viel Geld in ärmere Gebiete, um Arbeitsplätze zu schaffen und die dortige Wirtschaft zu stärken. Der Einfluss des Europäischen Parlaments (EP) auf die EU-Beschlüsse nahm zu, und 1979 konnten alle Bürger erstmals ihre EP-Abgeordneten direkt wählen.

Die 80er Jahre: Die Berliner Mauer fällt

1981 wurde Griechenland das zehnte Mitglied der EU. Spanien und Portugal folgten fünf Jahre später. 1986 wurde die "Einheitliche Europäische Akte" unterschrieben. Dieser Vertrag hatte das Ziel, die Probleme des freien Handels über die EU-Grenzen hinweg zu lösen. Am 9. November 1989 kam es mit dem Fall der Berliner Mauer zu großen Veränderungen in der EU. Die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland war zum ersten Mal seit 28 Jahren wieder offen, und bald vereinigten sich die beiden Teile wieder zu einem Land.

Die 90er Jahre: Ein Europa ohne Grenzen

Heute stehen in Berlin nur noch Reste der Mauer. Sie dienen als Erinnerung an die Einigung Deutschlands. (Bild: dpa)Heute stehen in Berlin nur noch Reste der Mauer. Sie dienen als Erinnerung an die Einigung Deutschlands. (Bild: dpa)Mit dem Ende des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa wurden die Europäer zu guten Nachbarn. 1993 wurde der freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Geld, zwischen Ost- und Westeuropa beschlossen. Besonders wichtig war in dieser Zeit der "Vertrag von Maastricht" über die Europäische Union. In den 90er Jahren wurde auch der Umweltschutz ein wichtiges Thema in der EU. Die Mitgliedsstaaten begannen gemeinsam zu überlegen, wie man die Umwelt in Europa und auf der Welt besser schützen kann. Auch Sicherheits- und Verteidigungsfragen wurden gemeinsam behandelt. 1995 traten der EU mit Finnland, Österreich und Schweden drei neue Länder bei. Das "Schengener Abkommen" (benannt nach einem kleinen Dorf im Land Luxemburg) führte zu offenen Grenzen innerhalb Europas. Wer nun in eine anders Land reisen wollte, musste nicht mehr durch eine Passkontrolle. Die offenen Grenzen führten dazu, dass viele Menschen im Ausland studieren oder arbeiten konnten.

Die EU heute: Neue Mitgliedsstaaten und der Euro

Mit der Einführung des "Euro" bekam Europa eine gemeinsame Währung. Während die Menschen früher Geld wechseln mussten, wenn sie in den Urlaub fuhren, kann man heute mit dem Euro in vielen Ländern bezahlen. Mit dem Terroranschlag auf Amerika am 11. September 2001 wuchs die EU noch enger zusammen. Gemeinsam sucht man seitdem nach Möglichkeiten, Europa noch sicherer zu machen, um Terroranschläge in Europa zu verhindern. Mit dem Beitritt von zehn weiteren Ländern zur EU im Jahre 2004 wird die politische Spaltung zwischen Ost- und Westeuropa endgültig aufgehoben. Viele Menschen glauben, dass eine europäische Verfassung der nächste Schritt für Europa ist. Alle Länder hätten dann die gleichen Gesetze. Die Politiker arbeiten seit einigen Jahren an einer solchen Verfassung. Eins steht aber sicher fest: Europa wird sich auch in Zukunft weiterentwickeln.


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 (Quelle: t-online.de)

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