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Babys schwimmen: Warum können sie das von Natur aus?

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Warum können Babys von Natur aus tauchen?

14.11.2012, 11:28 Uhr | dapd/ts, dapd

Babys schwimmen: Warum können sie das von Natur aus?. Babys halten unter Wasser automatisch die Luft an. (Quelle: dapd)

Babys halten unter Wasser automatisch die Luft an. (Quelle: dapd)

Nach der Geburt können Babys etwas, das uns staunen lässt: Gerät ihr Gesicht unter Wasser, dann halten sie automatisch die Luft an und ihr Herz schlägt langsamer. Gleichzeitig paddeln und rudern sie mit Armen und Beinen, so als wollten sie schwimmen. Doch woher kommt das? Ist das ein Reflex?

Babys halten automatisch unter Wasser die Luft an

Dass Babys tauchen können, verdanken sie mehreren Reflexen. Ein Reflex ist etwas, das automatisch abläuft. Der Körper macht es einfach, wenn etwas Bestimmtes eintritt. Babys haben einen Atemschutzreflex, erklärt der Arzt Claus-Martin Muth. Dieser Reflex sorgt dafür, dass Babys nach der Geburt selbst dann die Luft anhalten, wenn ihnen nur ein wenig Wasser über das Gesicht läuft. "Er funktioniert auch, wenn man das Gesicht des Babys mit einem Föhn anbläst oder ihm in die Nase pustet", sagt der Arzt vom Universitätsklinikum Ulm. Das Baby schützt sich so.

Mit dem Wachstum geht der Reflex verloren

Allerdings behält ein Baby den Reflex nicht für ewig. Nach fünf bis acht Monaten geht er verloren. Experten vermuten, dass das Gehirn des Kindes dann besser entwickelt ist. Es kann das Luftanhalten selbst steuern, wenn es gefährlich wird. Zuvor können Babys das nicht. Daher passiert es automatisch. Wenn sie untertauchen, atmen sie daher nicht.

Babys paddeln auch von alleine im Wasser

Ähnlich ist das auch mit dem Schwimmreflex, so der Fachmann. Den zeigt das Baby, indem es unter Wasser plötzlich rudert und paddelt. Claus-Martin Muth vermutet, dass wir den Schwimmreflex von unseren Vorfahren haben, die ja Tiere waren. Heute gibt es kaum ein Wildtier, das sich nicht über Wasser halten kann, so der Experte. "Selbst eine Katze, die Wasser ja bekanntlich nicht sonderlich mag, kann trotzdem schwimmen." Daher beginnen auch Babys automatisch mit Schwimmbewegungen. Es passiert unbewusst. Sie können das nicht steuern. Viele Eltern gehen mit ihren Babys zum Babyschwimmen, weil den Kindern das Spaß macht. Die Eltern passen im Wasser aber immer auf, dass es den Babys gut geht und sie sicher sind. Sie sind ganz vorsichtig, wenn sie sie ins Wasser lassen.

Unter Wasser schlägt das Herz langsamer

Claus-Martin Muth sagt, dass im Körper der Babys noch ein dritter Reflex abläuft, wenn sie mit dem Kopf unter Wasser kommen. Es ist der Tauchreflex. "Den haben wir alle, auch noch als Erwachsene", so der Fachmann. Der Tauchreflex sorgt dafür, dass unser Herz langsamer schlägt, wenn unser Gesicht unter Wasser gerät. Ausgelöst wird dies über Fühler, die rechts und links neben der Nase und in der Stirn sitzen, erklärt der Arzt. Die Fühler erkennen Kälte und Nässe. Doch welchen Sinn hat der Tauchreflex? Claus-Martin Muth sagt: Wir können länger unter Wasser bleiben, ohne Luft holen zu müssen. Da das Herz langsamer schlägt, brauchen wir weniger Sauerstoff. Im schlimmsten Fall kann uns das vor dem Ertrinken retten. Wir können in kaltem Wasser länger überleben und schaffen es eher auszuhalten, bis Hilfe kommt.

Taucherbrille stoppt den Tauchreflex

Claus-Martin Muth sagt, dass der Tauchreflex schwächer ausfallen kann, wenn wir eine Taucherbrille aufhaben. Sitzt diese über den Fühlern auf der Stirn und neben der Nase, dann nehmen die Fühler Kälte und Nässe nicht mehr so stark wahr. Daher verringert sich dann auch der Herzschlag nicht so stark.

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